Giuseppe Tucci,
Stimmführer der 2. Violinen stellt sich vor

Ich bin Giuseppe Tucci, geboren am 28. April 2001 in Foggia/Italien in eine sehr bescheidene Künstlerfamilie: Meine Mutter ist Schneiderin, mein Vater Cellist, meine Schwester studiert Betriebswirtschaft.

Mit sechs Jahren habe ich den ersten Geigenunterricht an der Musikschule meines Vaters erhalten. Seit meiner Kindheit habe ich jedes Instrument entdeckt: Schlagzeug, Gitarre, Akkordeon und vor allem das meines Vaters, das er in verschiedenen Ensembles spielte. Insbesondere eine Gruppe für apulische Volksmusik faszinierte mich, deren Leiter zu verschiedenen typischen Themen meiner Heimat improvisierte. Seine Virtuosität und der Klang seiner Geige weckten in mir unglaubliche Gefühle. Seither wurde dieses Instrument zur Liebe meines Lebens, es war jedoch vor allem mein Vater, der meine Liebe nicht nur zur Violine, sondern zur Musik allgemein weckte.

Nach Abschluss meines Bachelorstudiums in Foggia und der Teilnahme an zahlreichen Meisterkursen zog ich im 2019, erst 18jährig, nach Lugano. Dank der Unterstützung meiner Familie gelang es mir unter der Leitung von Maestro Alessandro Moccia den Master in Performance und anschliessend den Master in Pädagogik zu erlangen.

Auf meiner Laufbahn ausserhalb des Konservatoriums bin ich verschiedenen Ensembles und Orchestern in der ganzen Schweiz begegnet, doch dasjenige, das mich in seine Familie aufgenommen und mich musikalisch sowie künstlerisch gefördert hat, ist die Zürcher Kammerphilharmonie.

Nach Absolvierung des Vorspielens und der Teilnahme an einigen Projekten wurde Ulrich Stüssi, der Orchestergründer, auf mich aufmerksam. Er gab mir die Möglichkeit, den Platz am 1. Pult neben dem Konzertmeister, eines meiner Mentoren, einzunehmen. Stefan Tarara ist für mich eine sehr wichtige Persönlichkeit und eine künstlerische Inspiration.

Das Orchester ist ein Wunder, denn es unterstützt junge Musiker, echte Künstler zu werden. Die ZKP führt professionelle Orchesterrepertoires und -programme auf und zahlt den Mitgliedern eine Gage aus. Das sorgt dafür, dass sich jede und jeder als fester Bestandteil eines wertschätzenden Systems fühlt – etwas Schöneres gibt es nicht!

Das Orchester ist für mich im Laufe der Jahre zu einer zweiten Familie geworden; angefangen bei Ulrich bis zu den Sponsoren, die an mich und meine Liebe zur Musik glaubten und es weiterhin tun. Sie haben mich in der zweiten Phase meines Studiums in Lugano unterstützt, teilweise sogar beim Kauf eines Bogens. Ohne diesen hätte ich keine wichtigen Wettbewerbe und Konzerte bestreiten können. So erhielt ich auch die Gelegenheit, als Solist beim Golden Festival unter der Leitung von Dominic Limburg aufzutreten. Dominic ist ein derzeit aufstrebender Dirigent, ein fantastischer Mensch und ein unglaublicher Musiker. Dank ihm bin ich sehr gewachsen; er hat mich viel gelehrt und mir zahlreiche musikalische Erkenntnisse vermittelt.

Nach den ersten beiden wunderbaren Jahren wurde mir die Funktion als Stimmführer der zweiten Violinen im Orchester und der zweiten Violine im Avalon-Quartett angeboten. Das war eine der aufregendsten und schönsten Nachrichten, die ich in meiner Karriere erhielt. Es ist eine immense Ehre, mit Künstlern und Professionellen auf höchstem Niveau zusammenzuarbeiten. Auch die Mitglieder des Quartetts, Anastasia, Lukas und Kristina, sind zur Familie geworden. Jedes Konzertprojekt ist geprägt von der Menschlichkeit, die diese Künstler in sich tragen, die wir untereinander teilen und in unsere Musik einfliessen lassen. Bei unserem letzten Konzert im April mit dem grossartigen Pianisten Sergey Tanin konnten wir so viel Musik, so viel Leidenschaft und Energie teilen. Für mich persönlich ist dies ein Grundpfeiler im Avalon-Quartett: Die Musik wird mit Energie und Leidenschaft interpretiert, um Emotionen zu wecken welche den letzten Winkel des Konzertsaals erreichen.

Ich hoffe fest, weiterhin Teil dieser Familie zu bleiben, um in den kommenden Jahren wertvolle Momente zu teilen und um uns weiterzuentwickeln! Ich wünsche dem Orchester, dass es zu einer Referenz für junge professionelle Musiker wird und vor allem, dass es die Möglichkeit erhält, in grossen Sälen in Europa auf Tournee zu gehen. Das Orchester und diejenigen, die es gegründet haben, verdienen es!

Ausblick auf die nächsten Konzerte
der Zürcher Kammerphilharmonie

Freitag, 6. November 2026, 19.30 Uhr 
Kirche Oberstrass Zürich

Sonntag, 8. November 2026, 17.00 Uhr 
Tonhalle St. Gallen

 Programm:
Ludwig van Beethoven – Tripelkonzert Op. 56
Anton Bruckner – 6. Sinfonie in A-Dur WAB 106

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